Schlangenbad ist Hessens ältestes anerkanntes Heilbad. Seit über 300 Jahren kommen Menschen hierher: wegen der neun Thermalquellen, wegen der Äskulapnattern, die es sonst in Deutschland kaum noch gibt und wegen der Ruhe zwischen Taunus und Rheingau. Dazu die perfekte Lage: Großstadtnähe und Natur zugleich. Diese Geschichte und diese Lage sind unser größtes Kapital. Aber Kapital braucht Pflege und den politischen Willen, es zu nutzen.
Das Geld reicht nicht und die Wahrheit kommt nach der Wahl
Fünfzehn Jahre lang haben BfB und CDU die Gemeindevertretung dominiert. Was in dieser Zeit versäumt wurde, ist unübersehbar: Die Grundsteuer steigt unaufhaltsam, das Defizit wächst, das Ortsbild stagniert, öffentliche Orte der Begegnung werden veräußert. Eine erkennbare Finanzstrategie gibt es nicht.
Schlangenbad hat ein erhebliches Finanzdefizit. Laut dem Bund der Steuerzahler liegt die Pro-Kopf-Belastung durch kommunale Schulden bei rund 401 Euro, was die höchste im gesamten Rheingau-Taunus-Kreis ist. Den Grundsteuer-Hebesatz hat die Mehrheitskoalition bei der Reform 2025 um 277 Punkte über den aufkommensneutralen Wert angehoben, was ebenfalls Kreisrekord ist. Die Einwohner werden zusätzlich belastet, weil die Gemeinde über Jahre keine nachhaltigen Einnahmen erschlossen hat.
Und es wird nicht besser. Der Haushalt 2025 wurde erst am 5. November 2025 verabschiedet, nämlich 340 Tage nach der gesetzlichen Frist. Ein Haushalt für 2026 steht noch aus. Die finanzielle Lage wird den Menschen erst nach der Wahl offengelegt. Gleichzeitig werden 345.000 Euro Steuermittel für die Sanierung einer Brücke zur Median-Klinik eingeplant ohne gesicherte Beteiligung des Eigentümers. Ein Spielplatzgrundstück in Georgenborn wird verkauft, ohne die Anwohner einzubeziehen, ohne ein Konzept für eine erschwingliche Neubebauung.
So sieht keine verantwortungsvolle Finanzpolitik aus.
Wir, die Freie Liste Schlangenbad, wollen das ändern. Unabhängig, sachlich und mit konkreten Ideen für eine Entwicklungsstrategie, die Investoren Verlässlichkeit gibt und Einwohnern Perspektive.
Der Blick über die Gemeindegrenze zeigt, was möglich ist
Woher sollen nachhaltige Erlöse kommen? Die Antwort liegt keine zehn Kilometer entfernt. Heidenrod erzeugt mit Windrädern seit 2015 verlässliche Einnahmen und leistet sich den niedrigsten Grundsteuersatz im Kreis bei nur 111 Euro pro Kopf. Über eine Bürgergenossenschaft sind rund 310 Heidenroder direkt am Windpark beteiligt und erhalten jährlich Dividende. Eltville hat 2024 per Bürgerentscheid für Windkraft gestimmt, Niedernhausen ebenfalls. Hünstetten ermöglicht über eine Bürgerenergie-Genossenschaft die Beteiligung an Solarprojekten. Selbst direkt an der Schlangenbader Gemarkung, an der Hohen Wurzel, sind zehn Windräder geplant.
Und Schlangenbad? Kein einziges Windrad. Kein Vorranggebiet auf eigener Gemarkung. Im Mai 2025 wurde sogar ein Antrag abgelehnt, überhaupt erst die Möglichkeiten zu prüfen. Die Gemeinde verzichtet freiwillig auf Erlöse, die pro Windrad bei 200.000 bis 300.000 Euro jährlich liegen können.
Wir wollen eine ergebnisoffene Machbarkeitsstudie zu erneuerbaren Energien und einen Bürgerentscheid über die Ergebnisse. Windkraft, Solar, Bürgerfonds: Die Modelle existieren und funktionieren in der Region. Es ist Zeit, dass Schlangenbad aufholt.
Transparenz ist kein Luxus, sondern Voraussetzung
Die Themen Finanzen, Ortsentwicklung, Energie betreffen uns alle. Deshalb müssen wir alle mitreden können. Oft ist nicht nachvollziehbar, woher Themen kommen, die plötzlich auf dem Tisch liegen. Ob Supermärkte, Neubaugebiete oder Grundstücksverkäufe, eine Vorabstimmung mit den Ortsbeiräten findet nicht statt, Bedarfsanalysen fehlen.
Wir stehen für einen offenen Haushalt, für eine digitale Verwaltung, die Wege und Wartezeiten erspart, und für direkte Mitbestimmung bei richtungsweisenden Fragen. Nachbargemeinden machen es längst vor.
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Schlangenbad hat alles, um eine Gemeinde mit Zukunft zu sein. Was fehlt, ist eine Politik, die dieses Potenzial nutzt: mutig, offen und gemeinsam mit den Menschen vor Ort.
Andere verkaufen Spielplätze. Wir machen Finanzpolitik.